Hohlkehlenausbildung
Hohlkehlenausbildung im Bestand, September 2009
Jacques Francois Blondel, Cours d 'architecture (1771). Gebälk, nach Vignola proportioniert
Francesco di Giorgio Martini. Florenz, Anthropometrisches Gebälk
Diego de Sagredo, Medidas del Romano (1526). Anthropometrisches Gebälk
Am Wochenende hatte ich die Gelegenheit, erstmalig die Musterflächen in Augenschein zu nehmen und war von dem Weißfarbton, ich unterstelle es handelt sich hierbei um RAL 9010, zutiefst beeindruckt. Auch die Behandlung der Fenstergewände mit diesem Farbton sind m.E. perfekt, obgleich der Schein bei "laienhafter Betrachtung" trügen könnte, da es erforderlich ist, zur Bewertung dieses Details, den Farbton der Fenstergewände voll umfänglich auf alle Gewände der Fläche zu projizieren.Dies fällt möglicherweise schwer, so dass die gräuliche Abgrenzung dem einen oder anderen mehr Sicherheit gibt. Der Ansatz für die Rekonstruktion bzw.. Ausführung des Kranzgesimses ist m.E. auf dem richtigen Weg. Ich vermisse hier allerdings noch die notwendige Detaillierungsschärfe, insbesondere der Falze. Eine feinere Texturierung der Flächen oberhalb und unterhalb der Falz konnte ich nicht wahrnehmen. Wie entstand der untere Falz, wurde die Putzfläche schräg ausgeführt ? Die Oberfläche des Traufgesimses bzw.. des Karnies wurde farbig abgesetzt. Auch wenn es sich bei diesem Farbton gegenüber dem "RAL 9010" nur um eine Veränderung von Nuancen handelt, so löste diese Wahrnehmung bei mir doch tiefste Erschütterung aus. Das Traufdetail der Ev. Kirche Wehen, welches unmittelbar an das Kranzgesims anschließt, besteht im Wesentlichen aus dem unteren Karnies, einem Gesimskasten, einem reduzierten Karnies resp. Rundstab und einem Viertelstab. Diese Stilelemente sind unmittelbar dem Kranzgesims zugeordnet und entwickeln sich in ihrer Struktur und Geometrie zu dem Höhepunkt der Fassade. Sie sind unmittelbarer und integraler Bestandteil der Fassaden- geometrie. Sie verkörpern eine wesentliche Wertigkeit, sie symbolisieren den Höhepunkt im Bereich der Profilierung und ebnen somit den Beginn der Dachfläche. Mit der gräulichen Farbgebung dieses Gesimskastens, wurde sozusagen ein Deckel auf die Außenmauern genagelt, die den vertikalen Fluss bzw. die Weiterführung des Vertikalen nicht ermöglichen. Die Kräfte, die von den Fenstern, dem Portal und weiteren vertikal ausgerichteten Stilelementen ausgehen, werden hier massiv abgebremst. Es ist nicht mehr möglich, dass diese Strukturen über den Höhepunkt der Außenwand hinweg gleiten können. Sie sind gefangen........
Hohlkehlenausbildung unterhalb der Falz ?
Differenzierte Textuierung der Putzflächen ?
Unterer Falz - Einschnürung ?
Detail des Fenstergewändes
Hohlkehlenausbildung im Bestand, September 2009
Eine einzelne Farbe erregt das Auge, durch eine spezifische Empfindung, das Streben nach Allgemeinheit. Um dieser Totalität gewahr zu werden, um sich selbst zu befriedigen, sucht es neben jedem farbigen Raum einen farblosen, um die geforderte Farbe an demselben hervorzubringen.
Hier also liegt das Grundgesetz der Harmonie aller Farben"
Johann Wolfgang von Goethe
Bild1: Sockel RAL 7038, Portal u. Putzflächen RAL 7035, Naturstein in RAL 7038, Kranzgesimse der Seitenschiffe in RAL 9010, Holzgesimse in RAL 9010
Bild2: Sockel RAL 7030, Portal u. Putzflächen RAL 7044, Naturstein in RAL 7038, Kranzgesimse der Seitenschiffe in RAL 9010, Holzgesimse in RAL 9010.
Bild3: Sockel RAL 7044, Portal u. Putzflächen RAL 7044, Naturstein in RAL 7038, Kranzgesimse der Seitenschiffe in RAL 9010, Holzgesimse in RAL 9010. Intensive und direkte Sonneneinstrahlung.
Bild4u.5: Intuitiv ohne Farbskala